Die Mittelmeerinsel ist längst auch als aufregendes Biker-Erlebnis bekannt. Doch wie solltest du vorgehen, wenn du dein eigenes Fahrrad nicht mitnehmen möchtest?
Zugegeben, das eigene Fahrrad passt wie ein Satz gut eingetragene Klickpedal-Schuhe. Wer viele Stunden im Sattel verbringt, hat es meist über lange Zeit an die persönlichen Bedürfnisse angepasst. Das Problem an der Sache ist aber, dass ein Fahrrad im Flugzeug nicht einfach neben dem Koffer mitreist. Ein Mietrad kann daher für Gelegenheitsradler ebenso sinnvoll sein wie für echte Enthusiasten. Damit diese bequeme Lösung auf der ersten Ausfahrt nicht zur unbequemen Überraschung wird, sollte das Fahrrad allerdings zum geplanten Urlaub passen.
Eigenes Fahrrad oder Mietrad: Was verursacht weniger Aufwand?
Wer sein eigenes Rad mitnimmt, kennt dessen Maße und muss sich nicht an eine andere Schaltung, Bremsen, mitunter Lenker- und Rahmengeometrie gewöhnen. Dafür beginnen die Vorbereitungen lange vor der ersten Urlaubs-Ausfahrt. Denn Fluggesellschaften behandeln Fahrräder nach jeweils eigenen Gepäckregeln. Meist sind eine vorherige Anmeldung und eine geeignete Schutzverpackung vorgeschrieben. Abhängig von Freigepäck und Flugtarif können obendrein zusätzliche Kosten entstehen – und das nicht zu knapp. Außerdem endet die Logistik nicht am Gepäckband. Vor der Reise wären mindestens diese Fragen zu beantworten:

Kurzum: Wer lediglich einige Urlaubstouren unternehmen möchte, handelt sich damit schnell mehr Organisation ein als nötig. Doch auch ambitionierte Vielfahrer können vom Mietrad profitieren, denn mittlerweile haben die Anbieter eine große Bandbreite von Bikes im Angebot – darunter auch sehr hochwertige Exemplare, die selbst Enthusiasten glücklich machen. Auch in dem Fall bleiben die Vorteile: Anreisen mit lediglich normalem Gepäck und vor Ort die Übernahme eines einsatzbereiten, hochwertigen Fahrrads ohne Kopfzerbrechen um alles, was ein eigenes Rad im Urlaub bedeuten würde.

Auch der Urlaubsort spielt eine Rolle. Im Gebirge der Serra de Tramuntana etwa sind passende Gänge besonders wichtig. Für überwiegend flache Fahrten an der Küste kann dagegen eine bequemere Sitzposition entscheidender sein. Wer ein Fahrrad auf Mallorca mieten möchte, sollte daher nicht nur nach dem Preis oder dem Aussehen auswählen, sondern Radtyp und Ausstattung mit den geplanten Touren abgleichen – und ebenso seinen eigenen Körperbau mit einbeziehen:
Passform und Ausstattung vor der Buchung klären
Die richtige Rahmengröße ist die Grundlage, aber noch kein vollständiges Bikefitting. Für längere Fahrten sind auch Sattelhöhe, Abstand zum Lenker, Lenkerbreite und Pedalsystem relevant. Gute Verleiher fragen zumindest Körpergröße oder Sitzhöhe ab und können das Rad vor der Übergabe grob einstellen. Außerdem sollte geklärt werden, was im Mietpreis enthalten ist. Eine Pumpe oder Satteltasche gehört bei manchen Angeboten dazu, bei anderen muss Zubehör generell separat gebucht werden. Ebenfalls wichtig sind Kaution, Haftungsregeln, Diebstahlschutz und Hilfe bei technischen Problemen. Eine kurze Checkliste für die Anfrage:

Eine frühzeitige Reservierung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn eine bestimmte Rahmengröße oder technische Ausstattung gewünscht ist – und sowieso immer dann, wenn die eigenen Wünsche oder Bedürfnisse vom Standard abweichen.
Welche Fahrradausstattung gehört ins Reisegepäck?
Ein Mietrad bedeutet nicht, ganz ohne vertraute Ausrüstung abfliegen zu müssen. Persönliche Kontaktpunkte zum Fahrrad lassen sich häufig mitbringen. Vorher sollte man jedoch prüfen, ob der Verleih die Teile montiert und ob sie mit dem gewählten Modell kompatibel sind.
Wichtig: Sattelrohrdurchmesser sind nicht einheitlich. Allerdings hat das Sattelgestell meist einen Durchmesser von sieben Millimetern und lässt sich deshalb ohne Probleme an anderen Sattelstützen festschrauben.
Sinnvoll im Gepäck sind je nach Anspruch:

Besonders Helm und Schuhe sind sehr persönliche Ausrüstungsstücke. Ein Leihhelm kann praktisch sein, doch das eigene Modell sitzt meist vertrauter. Bei Pedalen sollte das System vorab angegeben werden. Wer den eigenen Sattel mitnimmt, notiert am besten die gewohnte Sattelhöhe (Satteloberkante bis Mitte Tretlager) und den Abstand zum Lenker (Sattelnase bis Mitte Kontaktpunkt Vorbau und Lenker), damit die Einstellung vor Ort reproduziert werden kann. Werkzeug und Ersatzteile sind dagegen mit dem Verleiher abzustimmen. Ein Reparaturset ist bei manchen Angeboten bereits am Rad. So vermeidet man unnötiges Gewicht und doppelte Ausrüstung.
Das Mietrad bei der Übergabe prüfen
Selbst ein vorab eingestelltes Rad benötigt vor der ersten großen Runde einen kurzen Test:

Bei E-Bikes sollte man außerdem den Ladezustand checken und sich besonders die Bedienung und das Laden erklären lassen. Bei der Probefahrt reicht es, einige Minuten in der Nähe des Verleihers zu radeln: Sind Alle Bedienelemente, besonders die Bremsen, gut zu erreichen? Fühlt sich die Sitzposition auch bei Belastung angenehm an? Treten Geräusche oder Probleme beim Schalten auf? Kleine Korrekturen lassen sich jetzt leichter erledigen als später auf der Strecke.
Wichtig: Ebenso sollte man jetzt vorhandene Kratzer und ähnliche kleinste Schäden dokumentieren und die Kontaktdaten für Pannenfälle ins Handy einspeichern.
Fazit: Das eigene Rad ist durchaus ersetzbar
Ein Mietrad nimmt dem Radurlaub einen großen Teil der Transportlogistik ab, ohne den Anspruch zwangsläufig zu senken. Entscheidend ist aber, nicht irgendein verfügbares Fahrrad zu wählen. Erst, wenn Modell, Größe, Ausstattung und Einstellungen zusammenpassen, finden Freizeitfahrer ebenso wie erfahrene Radsportler bei der gemieteten Variante eine überzeugende Alternative zum eigenen Bike – und lernen vielleicht sogar über die Tour ein Modell kennen, das ihnen noch mehr liegt als das eigene Velo; es wäre nicht das erste Mal, dass sowas vorkäme.
