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Simbabwe für Kunstreisende: Auf den Spuren der Steinbildhauerei

von Redaktion 29. Mai 2026
von Redaktion 29. Mai 2026
Mini Onion/shutterstock.com
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Der Landesname ist vom Wort „dzimba dza mabwe“ der Shona abgeleitet, was so viel wie Häuser aus Stein bedeutet. Dies deutet schon an, welche großartige Rolle der Stein in der Geschichte des südlichen Afrika spielt. Wer sich für Kultur und Handwerk interessiert, findet in Simbabwe viel mehr vor als nur Safaris und Wasserfälle. Vom heutigen Harare nach Norden zu den Bergländern hat sich eine Bildhauertradition entwickelt, die man immer wieder an verschiedenen Stationen vor Ort verfolgen kann und die auch international Anerkennung gefunden hat.

Anfänge im Mittelalter

Die Anfänge dieser Kunst reichen bis ins Mittelalter zurück. In den Ruinen von Great Zimbabwe (seit 1986 UNESCO-Welterbe, zwischen 1100 und 1450 erbaut) fand man bei Ausgrabungen acht Specksteinvögel. Dieser sogenannte Simbabwevogel ist unser nationales Wahrzeichen und ziert unsere Flagge und unser Staatswappen. Die Ruinenstätte von Great Zimbabwe gilt als größtes Trockensteinbauwerk südlich der Sahara, sie steht unter der Obhut der National Museums and Monuments of Zimbabwe. Die gegenwärtige Bewegung geht auf die späten 50er Jahre zurück.

Frank McEwen, der erste Direktor der Nationalgalerie im damaligen Salisbury (heute Harare), errichtete eine Werkstattschule und suchte autodidaktische Talente. Namen wie Joram Mariga, Henry Munyaradzi und Nicholas Mukomberanwa stehen für die erste Generation dieser Steinskulpturen. Wer sich vor der Reise mit den Arbeiten befasst, wird die Werke vor Ort leichter einordnen können und den Spannungsbogen zwischen Figürlichkeit und Abstraktion erfassen.

Orte des Sichtbarwerdens von Bildhauerei

Ein erstes Ziel ist Tengenenge, eine Künstlergemeinschaft 150 km nördlich von Harare. 1966 von Tom Blomefield gegründet, zählt sie zu den ältesten Bildhauerzentren des Landes. Hier wird vor allem mit Serpentinit, Springstone und Opalstein aus den Gebirgen um Guruve und Nyanga gearbeitet. In der Hauptstadt von Simbabwe liegt im Stadtteil Msasa der Chapungu Sculpture Park, den Roy Guthrie 1970 gründete. Er erstreckt sich heute über eine gestaltete Gartenanlage von mehr als sechs Hektar und verfügt über eine der größten Sammlungen simbabwischer Steinplastik.

Die National Gallery of Zimbabwe in Harare bietet weitere Informationen zu einem größeren kunsthistorischen Zusammenhang. Wer früh möglichst morgens oder möglichst spät nachmittags kommt, wird das Licht für Fotografien genießen und eventuell einige Künstler bei ihrer Arbeit im Park antreffen. Die meisten Arbeiten werden aus Serpentin hergestellt. Das Gestein ist in vielen Farbnuancen vorhanden und hat verschiedene Härtegrade, weshalb es für Bildhauer ganz besonders geeignet ist. Die härtesten Steine sind die edlen Springstones, tiefschwarzer Serpentin, dessen Name von der Bearbeitung herkommt, weil beim Schlag Splitter wie vom Eisen wegspringen. Weichere Sorten wie das Opalit liegen mit 5,0 bis 5,5 auf der Mohsschen Skala und sind wegen ihrer glänzenden Oberfläche beliebt.

Auffallend ist die Arbeitsweise. Viele Bildhauer verzichten auf lärmende Maschinen, sie bearbeiten ihren Stein mit Hammer und Meißel, Raspel und Feile, Sandpapier. Aus einem unförmigen Block wird in mühevoll langsamer Handarbeit die Form herausgearbeitet, häufig aus dem Kopf ohne genaue Vorzeichnung. Diese Technik erklärt, warum kein Stück dem anderen gleicht, warum auch die Oberflächenbearbeitung und Politur einen großen Teil der Wirkung ausmacht.

Reisezeit und Reiseplanung

Die günstigste Reisezeit ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober, da die Straßen gut befahrbar sind und die Temperaturen gemäßigt. Eine kunstgeschichtlich orientierte Reise lässt sich gut mit den klassischen Zielen verbinden. Great Zimbabwe liegt etwa 30 km von Masvingo entfernt und damit auf vielen Strecken in den Süden. Die Bildhauerstätten um Harare bieten sich für den Beginn oder das Ende einer Rundfahrt an.
Wer eine solche Reise plant, muss sich Zeit lassen für die Gespräche mit den Künstlern. Diese Begegnungen sagen oft mehr über Material, Symbolik und Entstehung als jede Beschreibung. Wer sich vorher Kenntnis über die wichtigsten Steinsorten und Werkstätten der Umgebung verschafft hat, wird die Mannigfaltigkeit der Werke besser einordnen und die Stationen sinnvoll miteinander verbinden können.

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