Wer Freunden und Bekannten erzählt, dass eine Ägypten-Reise bevorsteht, hört sicherlich früher oder später auch den Begriff „Pharaos Rache“. Dieser bezeichnet häufig während oder nach einem Aufenthalt in dem nordafrikanischen Land auftretende Durchfälle, unter denen Menschen jeden Alters leiden.
Es gibt gleich mehrere mögliche Gründe, warum der Körper eines Reisenden mit dem unangenehmen Verdauungsproblem reagieren kann, und ebenso können Touristen einige wichtige Tipps berücksichtigen, um die Gefahr der gefürchteten „Rache des Pharaos“ auf ein Minimum zu reduzieren.
Warum kommt es nach Ägypten-Reisen zu Durchfall?
Die Ursachen für Verdauungsbeschwerden und vor allem den von vielen Reisenden gefürchteten Durchfall im oder nach dem Ägypten-Urlaub können ganz unterschiedlich ausfallen – oftmals sind es sogar mehrere Faktoren, die sich miteinander kombinieren und die Betroffenen tagelang beeinträchtigen können. Ein möglicher Grund ist das für europäische Mägen ungewohnte Essen: In afrikanischen Ländern werden ganz andere Gewürze verwendet als in Deutschland, und wer nicht häufiger typisch ägyptisch ist, kann daraufhin unter Durchfall leiden.
Das gilt nicht nur dann, wenn die Speisen scharf gewürzt sind; auch die genutzten Öle nehmen nicht selten Einfluss auf die Verdauung von Touristen. Dazu kommt das ägyptische Klima, das besonders in der Hauptreisezeit im Sommer sehr heiß ausfällt. Damit kommt nicht jeder Nordeuropäer automatisch klar: Auch wenn viele Reisende die hohen Temperaturen und die intensive Sonneneinstrahlung als angenehm empfinden, kann der Organismus darauf ganz anders reagieren, so zum Beispiel mit Schwindel und Kreislaufproblemen, aber eben auch mit Übelkeit und Durchfall.

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Nicht zuletzt sollten Ägypten-Reisende auch beachten, dass in anderen Ländern oftmals andere Keime und Bakterien vorhanden sind als daheim. Das heißt selbstverständlich nicht, dass in Afrika grundsätzlich unhygienische Zustände herrschen, sondern lediglich, dass die Körper der Touristen nicht an die existierenden Bakterien gewöhnt sind. Während Einheimische mit den Bedingungen aus purer Gewohnheit hervorragend zurechtkommen, haben die Organismen von Reisenden nicht selten Probleme. Selbst wenn Speisen und Getränke frisch, gekühlt und hygienisch einwandfrei sind, kann es immer noch zu Durchfällen kommen. Bei empfindlichen Personen reicht dann manchmal bereits ein Schluck Wasser aus, um „Pharaos Rache“ hervorzurufen. Hotels und Gastronomie tragen somit in vielen Fällen keine Schuld an den Beschwerden.
Durchfall vermeiden: Darauf sollten Touristen in Ägypten achten
Sowohl während einer Reise nach Ägypten als auch im Nachhinein kann der weitverbreitete Reisedurchfall auftreten. Vollständig lässt sich das zugegebenermaßen sehr unangenehme Symptom nicht vermeiden; Touristen können aber auf einige wichtige Punkte achten, um das Risiko möglichst gering zu halten. So empfehlen Reiseexperten etwa, während des Aufenthalts immer auf eine angemessene Hygiene zu achten und sich regelmäßig die Hände zu waschen und auch zu desinfizieren. Natürlich wartet das nordafrikanische Land mit zahlreichen Leckereien auf, die von Reisenden gerne probiert werden.
Es ist aber sinnvoll, nicht gleich alles zu essen, was interessant aussieht oder riecht: Damit wird der Magen-Darm-Trakt schnell überfordert und reagiert entsprechend mit Durchfall. Das gilt auch für Ausflüge oder Strandaufenthalte in der Sonne: Touristen sollten unbedingt darauf achten, sich nicht zu übernehmen und vor allem immer viel (sauberes) Wasser zu trinken, um den Körper bei der Umstellung auf das afrikanische Klima zu unterstützen.

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In Ägypten wird häufig Streetfood angeboten, das sich beim Bummeln einfach nebenbei verzehren lässt. Gerade hier ist aber für Reisende besondere Vorsicht geboten, denn nicht immer entsprechen die hygienischen Standards an den Ständen dem, was deutsche Körper gewohnt sind. Durchfälle sind dann schon fast vorprogrammiert. Beim Essen allgemein gilt: Was frisch zubereitet und angemessen erhitzt wurde, kann meist bedenkenlos verzehrt werden. Vom Trinken von Leistungswasser und Getränken mit Eiswürfeln wird dagegen dringend abgeraten. Hier finden sich oftmals Keime, die dem Körper Probleme bereiten können. Auch Essen, das etwa bei einem Buffet schon länger in der Wärme gestanden hat, sollte gemieden werden, ebenso wie offen angebotenes Eis. In letzterem können sogar die potenziell gefährlichen Salmonellen lauern.
Wann zum Arzt?
Grundsätzlich ist ein vorübergehender Reisedurchfall für gesunde Menschen nicht gefährlich und klingt auch nach einigen Tagen von selbst ab. Anders sieht es aber aus, wenn es sich um kleine Kinder, alte Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen handelt. Diese sollten relativ zeitnah einen Arzt aufsuchen, vor allem, wenn die Beschwerden sehr intensiv ausfallen und von hohem Fieber begleitet werden. Ansonsten reicht es größtenteils aus, wenn dem Körper ein wenig Ruhe gegönnt und auf weitere potenzielle Auslöser des Durchfalls verzichtet wird.

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Zusätzlich ist es möglich, frei verkäufliche Medikamente aus der Apotheke gegen die Verdauungsprobleme einzunehmen. An dieser Stelle bieten sich etwa Kohletabletten oder vergleichbare Präparate an, die den Verdauungstrakt beruhigen und den Durchfall eindämmen. Betroffene sollten unbedingt viel trinken, da Durchfälle den Körper austrocknen. Kommen weitere Beschwerden nach einem Aufenthalt in Ägypten hinzu oder werden die Symptome nach einigen Tagen nicht besser, ist es aber dennoch ratsam, einen Arzt aufzusuchen. So kann ausgeschlossen werden, dass hinter dem Durchfall etwa ein schwererer Infekt steckt, der eine weiterführende medizinische Behandlung erfordert.
